Helena Dell-Kolaschnik

Seit Jahren beschäftige ich mich mit der sehr lebendigen russischen Designszene. Ich habe persönliche Kontakte zu russischen Designern und Designstudios aufgebaut und Partner in Moskau und St. Petersburg gewonnen. Mit meinem Wissen und meinen Kontakten berate ich Ihr Unternehmen gern beim Einstieg in den russischen Markt. Auf Wunsch steuere ich die Realisation Ihrer Projekte durch russische Designer. Kontaktieren Sie mich: helena.dell@email.de

Interviews mit und über russische Designer/russisches Design

Auf dieser Seite werden Interviews veröffentlicht, die mit und über russische Designer/russisches Design geführt wurden.

Um mehr über das russische zeitgenössische Design zu erfahren, bin ich mehrmals in das Land gereist. Ich habe Menschen interviewt, die entweder selbst Designer sind oder in irgendeiner Weise mit Design zu tun haben. Häufig stellte ich die gleichen Fragen an meine Interviewpartner; häufig bekam ich sehr unterschiedliche Antworten. So viel kann ich schon vorab sagen: Design in Russland ist alles außer langweilig! Lassen Sie sich inspirieren und überraschen.

Ich danke allen Interviewpartnern für Ihre/Eure Zeit und die tollen Gespräche, ohne Sie/Euch wäre es nicht möglich!

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Emil Yakupov

Interview mit Emil Yakupov am 20. Mai 2010 in Berlin. Emil Yakupov ist Direktor der »ParaType« in Moskau. Ich traf ihn auf der TypoBerlin 2010, als seine Mitarbeiterin und Typografin Alexandra Korolkova einen Vortrag hielt. Freundlicherweise beantwortete er geduldig meine Fragen. Danke dafür!

Emil Yakupov & Luc(as) de Groot
von links nach rechts: Emil Yakupov – Direktor der »ParaType« in Moskau,
Luc(as) de Groot – Typograf, Professor an der Hochschule Potsdam. Illustration: Fine Kohl

Was ist für Sie »typisch russisches« Design?
Balalaika, Matrjoschka, Tablett aus Gzhel, Tücher aus Pavlow Posad – dieses Design ist weltbekannt. Das echte Design ähnelt dem europäischen. Obwohl man das russische Design eher mit dem amerikanischen vergleichen sollte, da Russland genauso multikulturell ist wie Amerika. Leider gibt es in Russland noch viel unprofessionelles Design, weil die Leute noch nicht begriffen haben (sie haben es einfach noch nicht gelernt), dass Design Geld kostet. Insbesondere betrifft das die Schrift. Es herrscht allgemein die Meinung, dass es jeder machen kann.
Das Besondere am russischen Design, also typisch russisch, ist, dass 10% des gesamten Designs professionell ist, und der Rest leider Laiendesign ist.

Was ist für Sie »typisch deutsches« Design?
(lacht) Einerseits ähnelt es der modernen Kunst: wild, kalt, ungemütlich – für mich unverständlich – andererseits, wenn ich an Bayern denke fällt mir z. B. eine karierte Tischdecke ein – da ist es ganz anders. Das nordische Design ist im Allgemeinen kühl.

Wenn Sie die Gelegenheit hätten mit einem russischen Designer eine Woche lang zu arbeiten, wen würden sie wählen?
Alexandra, die habe ich gerne in »Para Type« (Alexandra Korolkova)

Und von den deutschen Designer?
Erik Spiekermann. Vor kurzem haben wir sein Buch »Stop Stealing Sheep & Find Out How Type Works« ins Russische übersetzt, wobei wir die lateinischen Beispiele durch kyrillische Typografie ersetzt haben.

War das eine gemeinsame Arbeit?
Nein, aber wir hatten seine Zustimmung.

Was hat Ihnen persönlich diese rasante Entwicklung der Designagenturen, des Designs selbst, in Russland gebracht?
Früher praktizierte man in Russland soziale und staatliche Werbung, dann kam der Markt und mit ihm auch die Werbung für Waren, und zuletzt dann das kommerzielle Design. Dadurch wurden wir in den Weltprozess einbezogen: da wurde eine neue moderne Schrift und eine spezielle Schrift für das Fernsehen, das Internet, sowie für Bücher, Zeitschriften und Schilder benötigt.

Unterscheiden sich das Moskauer- und St. Petersburger Design voneinander?
Zu diesem Zeitpunkt nicht. Dafür ist die Zeit noch nicht reif genug: Momentan eifern wir dem westlichen Design nach, kopieren es, und suchen nach dem Passenden für uns. Russland braucht noch ca. 10 Jahre bis sich Unterschiede bemerkbar machen. Das Moskauer Design wird dann eher eine kommerzielle Richtung einschlagen, und St. Petersburg eher eine euro-holländische Richtung.

Ich danke Ihnen für das spontane Interview!

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