Helena Dell-Kolaschnik

Seit Jahren beschäftige ich mich mit der sehr lebendigen russischen Designszene. Ich habe persönliche Kontakte zu russischen Designern und Designstudios aufgebaut und Partner in Moskau und St. Petersburg gewonnen. Mit meinem Wissen und meinen Kontakten berate ich Ihr Unternehmen gern beim Einstieg in den russischen Markt. Auf Wunsch steuere ich die Realisation Ihrer Projekte durch russische Designer. Kontaktieren Sie mich: helena.dell@email.de

Schöne Bescherung

Frohes gesundes neues 2015 wünsche ich Euch/Ihnen allen!

Mein Jahr fing unter anderem mit wunderbaren Geschenken an, eins davon möchte ich hier vorstellen:

Schatzkammer der Revolution
Russische Kinderbücher von 1920-1935: Bücher aus bewegten Zeiten
Herausgegeben von Julian Rothenstein

Schatzkammer der Revolution Russische Kinderbücher von 1920-1935: Bücher aus bewegten Zeiten

Wirklich eine Schatzkammer! Und danke, Olga und Jegor, ihr seit zwei Schätze. 🙂

In der Zeit nach der Oktoberrevolution haben Künstler wie Wladimir Majakowski, El Lissitzky und Wladimir Lebedew in der jungen Sowjetunion zusammen mit Dichtern wie Daniil Charms, Samuil Marschak und Kornei Tschukowski Kinderbücher entworfen, die dem Formenkanon von Futurismus und Konstruktivismus verpflichtet waren. In diesen avantgardistischen Kinderbüchern, die das Weltbild einer neuen Zeit manifestieren, werden Postboten die neuen Prinzen, Eisverkäufer die neuen Zauberer und Feuerwehrmänner die neuen Helden. Da derartige Bücher von der Zensur ausgenommen waren, avancierten sie zu einem wichtigen Medium für Künstler, um ihre Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Schatzkammer der Revolution ist eine Hommage an diese wunderbaren Kinderbücher. Die Originalabbildungen sowie die Texte und Gedichte wichtiger sowjetischer Intellektueller werden erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Drei einleitende Essays geben einen Einblick in den Entstehungskontext, die Sowjetunion der 1920er- und 30er-Jahre.

21 x 29 cm, 312 Seiten, 339 Abbildungen, Hardcover (2013)
ISBN 978-3-03778-343-6, Deutsch
Erschienen bei Lars Müller Publishers

Und noch ein paar Abbildungen aus der Schatztruhe:

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POST IT AWARD Ausstellung

Viele Ideen aus dem Russland des beginnenden 20. Jahrhunderts hatten einen großen Einfluss auf die Kunst und die Kultur ganz Europas – und damit auch Deutschlands. Da waren die Ideen des russischen Futurismus – des Kubofuturismus, 
des Suprematismus und des Konstruktivismus. 
Die Namen von El Lissitzky, Rodtschenko, Tatlin und Malewitsch 
haben auch heute in Deutschland Klang und Bedeutung.

Ideen, Pläne und Projekte dieser sehr produktiven Jahre  dienten und dienen noch als Quelle der Inspiration für fast alle namhaften Designer und Architekten des letzten Jahrhunderts.

Doch wie sieht es mit neuen Impulsen aus? Mit frischen Ideen aus Russland, die hiesige bildende Künstler und Grafiker anregen und zum Diskurs einladen?

Unsere Gäste zeigten uns, dass es auch dem heutigen Russland nicht an Ideen, Projekten und Nachwuchstalenten mangelt.

Im Jahr 2005 – selbst noch Studenten – riefen sie einen studentischen Wettbewerb ins Leben. Den Post it Award. Und heute – 8 erfolgreiche Jahre später – ist der Post it Award renommiert – doch noch immer der einzige Design-Wettbewerb in Russland, der nur für Studenten gedacht ist.

Unsere Gäste, extra aus Moskau angereist, sind zu einer der größten europäischen Designkonferenz TYPO Berlin angekommen.
 Wir hatten das Glück, sie parallel  für eine Ausstellung ihrer Arbeiten 
im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin gewinnen zu können.
Russisches Design

Russisches Design

Und dass das überhaupt möglich wurde, dafür möchte ich ganz besonders dem Russischen Haus insbesondere Herrn Zhuravlov und  Frau Krischok meinen großen Dank aussprechen. Оhne Ihr Interesse und Engagement wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen.
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Mein Dank geht ebenfalls an die Organisatoren und Macher des Projekts »Post it Awarts«: Daniil Bolshov, Evgeny Malyshev, Olga Kalinkina, Elizaveta Kirilina, Svetlana Yakovleva.
Russisches Design

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»Russen & Deutsche« in Berlin

Noch bis Ende der Woche lief im Neuen Museum eine spannende Ausstellung »Russen & Deutsche. 1000 Jahre Kunst, Geschichte und Kultur«. Russen_Deutsche_1

Spannend war zu sehen, dass auch ein Teil der Geschichte der Vorfahren meines Mannes dokumentiert wurde:
Der Barbier schneidet die Bärte der Altgläubigen/Moskau, 19. Jhd

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Auch meine eigene Geschichte holte mich ein: Die Prachturkunde Katharinas II. über die Schenkung vom Land im Fürstentum Astrachan an der Wolga legte in 12 Paragraphen die rechtliche Grundlage für die Herrnhuter Ansiedlung in Sarepta und sicherte den Herrnhutern die Selbstverwaltung zu. St. Petersburg, 7. April 1767
Meine Vorfahren stammen aus Hessen und siedelten sich in Balzer (Wolgagebiet) im späten 18. Jhd an.

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Aber nicht nur persönliches Interesse konnte ich bei dieser Ausstellung stillen, sondern auch berufliches. Zu sehen waren unter Anderm die Arbeiten von Wassily Kandinsky mit dem Kunstalmanach »Der blaue Reiter« (1912), El Lissitzky mit »Sieg über die Sonne« (1919-1923), Käthe Kollwitz mit »Helft Russland« (1918) und grausame Arbeiten so eines tollen Künstlers Heinrich Vogeler »Kulturarbeit der Studenten« (1924), »Karelien und Murmansk« (1926), »Baku« (1927).
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Künstlerische Plakate waren zu sehen: »Bewegliche Karikatur (Hampelmann)«, Russland 1914-1917;
»Der Feind des Menschengeschlechts«, Moskau 1915.
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Eine Reklametafel des Moskauer Künstlertheaters, welches in 1906 durch Deutschland tourte.

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Aber auch das Foto des zeitgenössischen russischen Künstlers Nikolai Makarov — dessen Wahlheimat Berlin wurde — war zu finden.
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Interessant fand ich auch, wie früh sich deutsche Firmen in Russland ansiedelten und wieviele es waren:
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Russische Prospekte von Benz & CIE., Fa. Sapahn; Russland 1896
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Werbeanzeige der Deimler-Motorengesellschaft für Russland 1912/13
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Die frühen Bemühungen der deutschen Unternehmen zahlen sich bis heute aus.

Made in Germany gilt in Russland noch immer als eines der besten Kaufargumente. Um daran zu verdienen, erfinden russische Unternehmen eigene Marken, die deutsche Wurzeln vorgaukeln: Erich-Krause-Stifte, Kaiser-Geschirrspüler oder Schuhe von Münz sind heiß begehrt.  (Manager Magazin Online). Hier kann man den gesamten Artikel lesen, sehr empfehlenswert!

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Berlin Transit

Im Judischen Museum Berlin läuft gerade (bis zum 15. Juli) eine interessante Ausstellung »Berlin Transit«.

Berlin war als Drehscheibe zwischen Ost und West bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem aber nach dem Ersten Weltkrieg, Zufluchtsort und Zwischenstation für Zehntausende von Juden aus Osteuropa. Die meisten flüchteten vor Krieg, Revolution oder Pogromen aus den Gebieten des ehemaligen russischen Reiches und der Habsburgermonarchie Richtung Westen. (Zitat Jüdisches Museum Berlin)

Für mich war interessant zu sehen, dass es rund 19 Verlage in Berlin gab, in denen die osteuropäische Migranten als Autoren, Illustratoren und Übersetzer beteiligt waren. Damals konnte man in Berlin für wenig Geld hochwertige Bücher herstellen lassen, die dann nach Osteuropa exportiert wurden. Unter anderem wurden illustrierte Kinderbücher und Grafikbände produziert. Einige tolle Exemplare (unter Anderem von El Lissitzky und Ilya Ehrenburg) kann man auf der Austellung betrachten.

Aber auch für bildende Künstler aus Osteuropa wurde Berlin in den 1920er Jahren eine Durchgangstation. So werden unter Anderem die Arbeiten von Leonid Pasternak (der Vater des Schriftstellers Boris Pasternak), Ber Ryback und Naum Gabo präsentiert.

»Der Schriftsteller Leo Tolstoi mit seiner Familie am Tisch in Jasnaja Poljana«
Leonid Pasternak


»Die Berlinerin«
Issachar Ber Ryback

»Scharlottengrad« nannten die Berliner die Gegend um den Kurfürstendamm, die reiche Migranten aus Osteuropa in 1920er Jahren besiedelten. Im Russkij Berlin – dem Russischen Berlin in den 1920er Jahren lebten rund 300.000 Russen. Darunter viele Schriftsteller, Künstler, Intelektuelle. Heutiger Berlin erinnert wenig an diese spannende Zeit. Ein Grund mehr die Ausstellung zu besuchen!

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